27 Juli 2014

Essen auf der Straße.

Sommer in der Stadt: Kollektives Endemittezwanzig Bauch voll schlagen mit Süßkartoffelpommes @Burgermeister Leipzig.

25 Juli 2014

Gewinnen, das ist was für Loser.


Letztes Wochenende.
Es war schon spät, das letzte Bier bestellt. Eine Freundin und ich sprachen über ein gif-set, das seine Runden auf tumblr dreht. Warum mir der Beitrag vor allem in Erinnerung blieb, waren die Kommentare. Präziser gesagt, ein Kommentar: "Feminism is not a competition". Wir prosteten darauf und dann radelte ich nach Hause.

Zwei Tage später, ich lag in einem heißen Post-Wochenende Bad, blitzte diese Aussage aus einem Winkel meines Gehirns wieder hervor und ich kam darüber ins Grübeln.

Es betrifft nicht nur Feminismus. Sondern alles:
"Blogging is not a competition"
"Cooking is not a competition"
"Being cool and hip and well-dressed is not a competition"
"Having the nicest Altbau-Flat is not a competition"
"Selbstverwirklichung is not a competition"

Schalte ich den Fernsehen ein? Competition auf allen Kanälen. 
An den Wettstreit der Talente haben wir uns gewöhnt, statt an den Minnen des Mittelalters ergötzen wir uns mittlerweile an Retorten-Talent, dass um die eigenen 5 Minuten Ruhm wetteifert. Talent als Kommerz, das geht klar, das geht gut. Noch besser funktioniert Schönheit als Wettkampf: Spieglein, Spiegeln an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land? Diese Frage stürzte bereits die von Eifersucht zerfressene Stiefmutter von Schneewittchen in ein obsessiven Kampf gegen das Alter. Im Kampf um Schönheit gibt es keine Tabus, zu fett, zu blond, zu klein, zu uncool - das überträgt sich auf die Zuschauerin, die danach kritisch die eigenen Hüften vor dem Spiegel mustert und zweifelt: Wenn schon potentielle Topmodels zu fett sind, was ist dann eigentlich sie?

22 Juli 2014

Marla kocht nach: Die Portugiesische Küche

Ich sehe mich als kulinarischen Freigeist: Die Zutaten aus dem Kühlschrank werden frei Hand zusammengewürfelt, nach Lust und Laune - und meist ohne konkretes Rezept. Rezepte benutzte ich lange Zeit vor allem als Inspiration, fand das Wiegen und Messen und Abzählen aber mühsam und störend für meinen Kochprozess.
Je mehr aber meine Neugier auf diverse Nationalgerichte wuchs, umso mehr erkannte ich, dass so ein Rezept sehr praktisch sein kann. Zutaten kann man rausschmecken, aber so manchen Kniff bei der Zubereitung wird mir eben erst bei der Lektüre des Rezepts klar.

20 Juli 2014

Lina studiert: Computerspiele

Ein Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften kann, aber sollte nicht ohne popkulturelle Inhalte auskommen. Dieses Semester hatte ich gleich zwei Gelegenheiten dazu, theoretische Inhalte auf aktuelle Themen anzuwenden. Eine davon war das Seminar „Kommunikationsmedium Computerspiel?!“. Als jemand, der in seiner Zockerkarriere nicht über das obligatorische Sims-Spielen mit der Nachbarin und gelegentliche Mario Kart Duelle hinausgekommen ist, habe ich in diesem Seminar stets neue Erkenntnisse gewonnen. Unter anderem war ich überrascht über die Ausmaße, die die Gamingbranche mittlerweile annimmt.


15 Juli 2014

Gut gesurft ist halb gewonnen: Durch die Blogsphäre mit Julia Korbik

Meine lieben Netz-Junkies, heute gibt es noch eine Schmankerl von Julia Korbik. Denn ist nicht nur momentan analog mit ihrem Buch Stand-Up in den Läden zu finden, sondern auch digital bewandert. Und weil ich mich immer interessiert, wo andere surfen und ob sie mir ein paar gute Blogs empfehlen können, hat sie ihre Tipps für mich aufgeschrieben:

 
Als Journalistin muss ich gut informiert sein, weshalb mein Tag mit den üblichen Verdächtigen startet: Ich klicke und lese mich durch spiegel.de, zeit.de, sueddeutsche.de und faz.net. Dazu kommen aus dem Ausland guardian.co.uk und liberation.fr. Generell verschlinge ich alles von Jessica Valenti, Laurie Penny und Roxane Gay.

Mehr von mir gibt es in meiner Kolumne für The European „Das F-Wort“, auf Cafebabel.de und meinem Blog. Lieblingsblogs habe ich viele, aber ich versuche mal, mich auf ein paar zu beschränken:

Flannel Apparel: Teresa Bücker schreibt einfach wunderschön und klug zu ganz verschiedenen Themen.

Mädchenmannschaft: Supergut, um einen Überblick über aktuelle feministische und politische Debatten zu bekommen.

Jezebel: Meine tägliche Lektüre; manchmal etwas albern, aber immer informativ.

This is Jane Wayne: Der intelligenteste, lustigste und spannendste Lifestyle-Blog, den ich kenne.

Kübra Gümüşar: Es hilft manchmal so sehr, sich aus seiner kleinen Blase herauszubewegen und Kübras Gedanken zu Feminismus, Rassismus und Islam zu lesen.

13 Juli 2014

Marla spricht mit: Julia Korbik, Autorin des Buches "Stand Up"

Die Journalistin Julia Korbik hat ein tolles Einführungsbuch über Feminismus geschrieben: Stand-Up - Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene (Rogner und Bernhard). Für Endemittezwanzig hat sie Fragen über feministische Vorbilder, Lippenstift und Sexismus beantwortet.


Herzlichen Glückwunsch zum Buch! Was mich als aspirierende Schreiberin natürlich ganz besonders interessiert: Wie veröffentlich frau denn ihr Buch? Einfach Schreiben und beim Verlag einschicken oder gehört da neben Talent auch ein bisschen Vitamin B dazu? Und: Wie hat sich das so angefühlt, das erste Mal den eigenen Namen auf einem Cover zu lesen?
Vielen Dank, die Glückwünsche nehme ich natürlich gerne entgegen! Zum Thema Veröffentlichung kann ich nur sagen, dass bei mir der Zufall eine große Rolle gespielt hat. Meine Verlegerin, Johanna von Rauch, ist beim Recherchieren im Internet auf meine Kolumne Das F-Wort gestoßen, die ich für The European schreibe. Sie hatte die Idee, ein feministisches Einführungsbuch zu machen und suchte nach einer passenden Autorin. Johanna kontaktierte mich, wir trafen uns und merkten sofort, dass das gut passt und wir ähnliche Vorstellungen davon haben, wie so eine Art Buch aussehen soll.

Das erste Mal den eigenen Namen auf einem Cover zu lesen war der reine Wahnsinn und extrem surreal. Als ich das erste gedruckte Exemplar von Stand Up in der Hand hielt, habe ich mich erst einmal mehrere Tage lang nicht getraut, reinzugucken – aus Angst, Fehler zu finden. Ein Gefühl, dass ich noch allzu gut von meiner Diplomarbeit kenne…

Eine Freundin empfahl mir vor zwei Jahren „Fleischmarkt“ von Laurie Penny zu lesen. Nach der Lektüre hatte ich einen Aha-Moment und fing an mich intensiver mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen. Gab es bei Dir einen ähnlichen Aha-Moment? 
„Fleischmarkt“ habe ich auch gelesen und war absolut begeistert. Laurie Penny strahlt für mich eine unglaubliche Entschlossenheit und Furchtlosigkeit aus – sie schreibt radikal und direkt. Mein feministischer Aha-Moment fand wohl statt, als ich Simone de Beauvoir entdeckte. Ich musste in der Schule ein Referat über Jean-Paul Sartre halten und stellte plötzlich fest, dass er eine faszinierende Lebensgefährtin hatte; nämlich de Beauvoir. Also las ich Die Mandarins von Paris, worin die Geschichte verschiedener Pariser Intellektueller in den 1950er Jahren erzählt wird. Danach kam dann Das andere Geschlecht – stellenweise ein richtiger Kampf, aber für mich definitiv mit vielen Aha-Augenblicken.

Durch de Beauvoir habe ich begonnen, mich systematisch mit der Frauenbewegung und Feminismus auseinanderzusetzen. Allerdings gab es auch vorher immer wieder Momente, in denen ich dachte: Irgendwas stört mich. Aber was? Zum Beispiel, als auf dem Schulhof ständig über ein Mädchen ein paar Stufen über mir gelästert wurde. Sie hatte – angeblich – öfter Sex mit verschiedenen Typen, massenhaft Abtreibungen und war generell eine „Schlampe“. Die Typen, mit denen sie was hatte, galten hingegen als Sexgötter. High five und so. Es gab dann auch noch den Sportlehrer, der mich nicht nur lobte, ich mache Liegestütze „so gut wie ein Junge“, sondern der die Mädchen nach der Sportstunde im Freien in die Umkleidekabine schickte, während die Jungs noch Fußball spielen durften. Letztendlich waren es ganz viele kleine Dinge und Augenblicke, die mich Schritt für Schritt zum Feminismus gebracht haben.

10 Juli 2014

Marla kocht: Mediterraner Bohnensalat "Gigantes"


Das Wetter hat mir einen dicken fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Vor zwei Wochen hatte ich zur Grillparty eingeladen, die Lichterkette schon poliert, die Zutaten eingekauft und fleißig Eiswürfel produziert.
Dann meinte der Wetterfrosch Regen, Gewitter, Hagel ständen auf dem Plan und nix war mit Grillen. Also verkostete ich meine Bohnengiganten alleine.
Ich muss sagen, dafür dass ich mich noch jeglichem Bohnen bis vor 3-4 Jahre mit Händen und Füßen verwehrt habe, habe ich mich gut in die Welt der Bohnen integriert. Bohnen hatten in meinen Augen einfach etwas sehr langweiliges, tristes und miefiges. Was soll man mit dem mehligen Gewächs schon groß anstellen, außer es in Tomatensauce mit Chilli zu ertränken?
Die mehlige Konsistenz finde ich mittlerweile ganz geil und ihr Einsatz in Eintöpfen und Salaten gefällt mir sehr gut. Und wenn man mit mediterranen Zutateten dem Einheitsmief entgegensteuert, ist so ein Bohnensalat wie ein ganz kleiner kulinarischer Mini-Urlaub.
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